
Vor meinem Besuch in Marseille hatte ich mich „eingehend“ informiert.
Die Google Filterblase und meine interessengesteuerte Wahrnehmung lancierten die fehlenden (Hypo?)Thesen:
1. Marseilles Slum liegt in der Innenstadt, deshalb ist die Stadt auch so gefährlich.
2. Der alte Hafen bildet das Herzstück
3. Elektroroller werden am Vieux Port ins Hafenbecken geworfen. Dieser Volkssport ist Ausdruck des Protestes gegen die Präsenz von Elektrorollern.
Hier zu meinen Beobachtungen:
1. Am alten Hafen drücken sich, auch nachts, nicht weniger oder mehr dunkele Gestalten herum, als an anderen Punkten der Erde, an denen sich betrunkene Touristen aufhalten. Ganz lustig ist das miteinander von Gucci (etc.) Läden an Kreisel, die ein recht poshes Szebenbd ergeben, sie man aber über die Hinterhöfe von Wohnbunkern und von dort aus velaufenden Treppen genauso gut erreicht, wie über die exponierte Shoppingstr. Um es kurz zu machen: Selten habe ich auf wenigsten Quadratkilometern eine solche heterogene Wohnungsstruktur gesehen.
2. Ja, wobei Marseille sich eher am Becken von Marseille entlangschmiegt und das Kunstlerviertel L’Estaque genauso interessant wirkt wie der Port du Vallon. Für beides brauche ich mehr Zeit.
3. Möglich – allerdings wird der shared eRoller auch in Massen von Einheimischen gefahren. Und damit meine ich Massen, die die Straße von Vieux Port in Richtung Suden bzw. Osten an der Küste entlang fahren. Das schließt keinesfalls aus, dass betrunkene Deppen die Roller ins Becken werfen – Scheint mir aber nich eine programmatisch-basierte politische Aktion zu sein.


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