Leider ist das Wetter in Vieste ja nicht so dolle gewesen, der Himmel eher verhangen… Die Kalkfelsen in Vieste sahen haben jedoch schon sehr imposant ausgesehen, die Aussicht heute morgen mehr davon zu treffen wiegt die Angst vor mehr Höhenmetern auf. Sebi hat mich gestern nochmals in meinem Ernährungskonzept bestätigt. Mehr Obst – weniger Schweinebraten – viel Mineralwasser. Morgens früh um halb sieben soll es losgehen. Da ich nicht richtig aus den Federn komme, mir noch eine Magnesiumtablette reinfahren will, auf der Suche nach der Tablette einmal das Gepäck durch krame (dauert bei den „handlichen“ Fahrradtaschen jaa ’ne Weile), dann kurz an den Strand sprinte um den Sonnenaufgang zu fotografieren, den dann aber aufgrund falscher geographischer Annahmen gar nicht sehe, und so weiter und so fort… Es ist halb acht, als ich loskomme. Im Vorfeld habe ich die Etappe so geplant, dass ich bei Naviki die Route so lang verschoben habe, bis so wenige Höhenmeter, wie möglich, heraus kamen. Bereits an der ersten „Gabelung“ zeigt sich, dass diese Taktik doof war. Die angebliche Abzweigung existiert nicht. Für ich bedeutet das, dass ich die Straße nach Manfredonia (auch ein lustiger Name) fahre, was 1600Hm bedeutet. Gut 5h kämpfe ich gegen den Berg. Die Anstiege wechseln sich mit Abfahrten, bei denen es dann sogar recht kühl ist. Von der Aussicht her jedoch ein Hammer! Links und rechts (Pinien?)Wälder, Blicke über die ganze Küste mit vielen Kalkfelsen.


Auf der Bergetappe in Matana, geraten mein Rad und ich auf eine Bezahlstraße (quasi optimal beschildert), die ich schon sehr bald wieder verlasse, auch wenn ein Schild „Manfredonia 18km“ und ein Tunnel kurz den Gedanken einer illegalen Tunnelnutzung sprießen lassen. Nein, viel zu gefährlich und wer weis, wie hoch die Strafe ist, sagt das Engelchen. „Spare dir die Qualen, das ganze Auf- und ab macht doch schon seit ein paar Kilometern keinen Spaß mehr“ der innere Schweinhund.
Nach zig-Pausen, dem mehrfachen Kauf neuer Wasserflaschen (d.h. um die Mineralienversorgung machte ich mir weniger Gedanken) endet die (Tor)Tour recht unspektakulär nach einer Serpentine OHNE anschließende Abfahrt.
Da das angepeilte Ziel zur Mittagspause, das Städtchen „Manfredonia“ jedoch am Meer liegt, müssen die ganzen Höhenmeter wieder herunter. Ich fahre also kilometerweit, flach abschüssig, d.h. ohne großen Kraftwaufwand durch Olivenhaine, die von rustikalen Mauern umrandet sind. Nach der Grenzerfahrung mit den Anstiegen ist das jedenfalls saugeil.
Von Manfredonia sind es jedoch noch immer ca. 120 km bis zum Ziel Bari. Durch Sümpfe, Felder und Salinen (interessante Struktur) fahre ich dann weiter bis Barletta. Trinitapoli lohnt eben sowenig, wie die „Salzstadt“ Margherita de Geniovese. Um einen herrlichen Espresso (Una Café Solo) zu trinken, reichen die Städtchen jedoch aus.
Mit der Zeit merkt man auch die Zeit im Sattel. Übrigens: Irgendwie dann deutlich weniger, als sonst. Der vor der Tour angeschaffte Brooks Sattel sieht zwar unbequem aus, „hilft“ aber ungemein!

In Barletta nehme ich dann den Zug nach Bari, die Unternehmung nach dem brozenen Koloss von Barletta aus dem Jahr Jahr ca.500 v.o.n.Chr. zu suchen wird abgebrochen, und total fertig komme ich mit dem Rad im Hostel „Olive Tree“ (wie passend!) an. Mit Jona war ich hier vor ein paar Jahren mal, ein nettes Hostel. Bei der Stadtbegehung finde ich zunächst die Altstadt nicht, mein Erinngerungsvermögen, Wege betreffend, scheint entweder nicht mehr so gut zu sein oder Bari wurde in den letzten Jahren grundlegend umgebaut. Nach einem Essen (heute Pasta – keine Pizza) geht es dann schnell ins Bett, da am nächsten morgen der Zug nach Lecce fährt.



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