LeChucks Kaperfahrt

Fahrradreise & Reise - Blog

Nach einer solchen Plackerei, wie gestern, stellt sich doch die Frage: Warum macht man das eigentlich – mit dem Fahrrad durch Europa gurken?
Die Antwort folgt auf dem Fuße: Die Strecke nach Gallipoli war einfach nur herrlich! Olivenhaine mit Mäuerchen, über Wiesen bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen ca. 17/18 Grad! Fantastisch! Mein Frühstück nehme ich in Lecce neben dem Dom ein, ein Gast an der Bar (man sitzt eh den ganzen Tag im Sattel und sobald man sich setzt, kann es sein, dass der Café deutlich teurer wird – außerdem stehen eh alle – Kaffee trinken ist also ein wenig, wie ins Stadion gehen 😉 ) spendiert mir, als ich ihm mit meinem Gurken-Italienisch von meiner Route berichte, ein Cornetto also ein Croissant mit Nutella drin (OK, jetzt muss ich Rad fahren!) und einen Cappuccino. Dankesehr!
Die gemütliche Fahrt nach Gallipoli wird ab und an etwas ungemütlich. Die Beschleunigung des Rades scheint unter dem Adrenalinstoß, den ein rennender (Blut)Hund, der einen Olivenhain bewacht, hervorruft, unermesslich. Nach gelegentlichen Hunde-bedingten-Hochgeschwindigkeitsfahrten eiere ich, im Verkehr, nach Gallipoli rein. Liebe Fahrradfahrer, für Italien gilt ausnahmslos: Das Einfahren in größere Städte mit dem Rad ist sehr sehr unangenehm. Man sollt wirklich, wenn auch nur für eine Station, den Zug nehmen, das ist viel sicherer.

In Gallipoli selbst ist Ostern, damit eine Menge Betrieb und ich falle unter den ganzen Leuten, die ihren Sonntagsanzug an haben, mit dem durchschwitzten Funktionssachen und den Salzflecken ganz schön auf. Ist aber kein Thema…

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Prozession sehe ich leider keine, dafür bin ich einen Tag zu spät in Tarent. Dort wird sehr sehr langsam prozessionsartig (?), für 100 Meter braucht der Trupp neun Stunden. Er trägt dabei diese traditionellen Kapuzen, die man ansonsten eher im Süden der USA verorten würde. Schade. Das hätte ich gern gesehen!

So wieder nach Gallipoli, dessen griechische Wurzeln in Form eines Brunnens noch präsent sein sollen, der mir aber nicht weiter auffällt. Das Meer hier im Golf von Tarent ist herrlich blau und die Fahrt nach Porto Cesareo ist unglaublich schön. Links das klischeehaft blaue Meer, rechts Pinienwälder, saftige Wiesen oder Restaurants in denen das typische Gericht „Pasta Gamberi con Vongole et Cozze“ gekocht wird. Es riecht zumindest die Fahrt über in den Dörfern recht intensiv danach. Merke: Ostersonntag von Gallipoli nach Porto Cesareo radeln!

Porto Cesareo ist ein typischer (überlaufener) Urlaubsort, angesichts des miesen Wetters ab Nachmittag kriege ich davon wenig mit, da ich in einer Bar Café trinke und mit den Einheimischen über Fußball sinniere. Kontrovers diskutiert wird natürlich Italiens Gewinn der WM 2006, wegen des Fouls von Zidane an Materazzi, was wäre gewesen, wenn, was bleibt länger in Erinnerung usw.

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  1. Jatte zu Roma